Öffnungszeiten:
April bis Oktober täglich 9.30 bis
18.00 Uhr, November, Januar, Februar 14.00 bis 16.00 Uhr, Dezember und
März 10.00 bis 16.00 Uhr.
Geschichte:
In der ehemaligen Johanniter-Komturei,
erbaut 1396, befindet sich das bedeutendste Rechtskundemuseum im europäischen
Raum.
Präsentation:
In vier Stockwerken mit 2000 m2
Ausstellungsfläche werden Rechtsaltertümer, Instrumente der Folter
und des Strafvollzuges, kostbare Bücher, Grafiken, Urkunden, Wappen,
Siegel, Handwerksrecht, Wappen- und Adelsbriefe, Zunft- und Kleiderordnungen,
Maße und Gewichte, rechtsgeschichtliche Medaillen, Karikaturen über
die Justiz u.v.m. aus den vergangenen tausend Jahren gezeigt. Die Sammlung
gibt einen umfassenden Einblick in das Rechtsgeschehen, die Gesetze und
Strafen. Von den Stammesrechten über die „Peinliche Halsgerichtsordnung"
wird die Entwicklung der Gesetzgebung bis ins 19. Jahrhundert dargestellt.
Gezeigt werden der Ablauf des mittelalterlichen Strafprozesses (Inquisitionsprozeß),
Instrumente der Folter und die Geräte zum Vollzug der Leibes- und
Lebensstrafen. Für den Betrachter teilweise erheiternd sind die vielfältigen
Geräte zum Vollzug der Ehrenstrafen. Die Halsgeige für zänkische
Frauen sowie die den Täter und sein Vergehen charakterisierenden Schandmasken
und Schandgeräte verdeutlichen die strengen Rechtsbräuche der
„guten alten Zeit".
Untrennbar vom Recht sind Urkunden und
die zu ihrer Rechtswirksamkeit notwendigen Siegel. Zahlreiche Urkunden
zeigen, wieviel Mühe man zu ihrer Gestaltung aufgewendet hat. Auch
der Werdegang des Siegels, vom babylonischen Rollsiegel bis zum heute gebräuchlichen
Papierprägesiegel, wird gezeigt. Breiten Raum nehmen die Holzschnitte
und Kupferstiche von aufsehen erregenden Kriminalfällen ein. Die Polizeiordnungen
sind Zeugen dafür, wie zum Teil bis in den privaten Bereich hinein
regiert wurde, z. B. durch die Kleider, Hochzeits- oder Taufordnungen.
Münzen und Medaillen zur Erinnerung an Gesetzgebung und berühmte
Rechtsfälle sind von großem Interesse. Die Rechtssymbolik ist
ebenso dargestellt wie Redensarten unserer Umgangssprache, die ihren Ursprung
im Recht haben. Aufschlußreich für die jungen Besucher sind
die Dioramen über Schule und Schulstrafen im 17. Jahrhundert sowie
Gegenstände aus der Schulwelt vergangener Zeiten. Nicht unerwähnt
sollen die Karikaturen über Justiz und Verwaltung bleiben, vor allem
die des Honoré Daumier.
Ein umfangreicher Museumsführer und
ein Bildband, im Verlag des Kriminalmuseums erschienen, unterrichten ausführlich
über Ausstellungsgut und Rechtsgeschichte.
Quellen: Stadtverwaltung
Rothenburg/Tauber; Prospekt.