Öffnungszeiten:
Die Friedhof liegt am Saum eines
Waldstücks und kann jederzeit besucht werden. Die Zufahrt von der
K 2632 (Parkmöglichkeit) ist ausgeschildert.
Geschichte:
Ein Gehöft im Weiler
Gantenwald diente ab 1943 als Bewahr- und Entbindungsanstalt einfachster
Art für Kinder osteuropäischer Zwangsarbeiterinnen. Sie wurden
gezwungen, ihre Kinder dort zur Welt zu bringen, nach wenigen Tagen zu
verlassen und an die Arbeit zurückzukehren. Bis Kriegsende wurden
mindestens 52 Kinder geboren, von denen auf Grund unzureichender Ernährung,
fehlender Hygiene und gröbster Vernachlässigung 20 gestorben
sind.
Zwölf von ihnen wurden
in der nahegelegenen Waldecke begraben, auch eine ums Leben gekommene Mutter.
Durch verschiedene Initiativen
wurde der Friedhof 1984 durch die Gemeinde Bühlerzell neu angelegt
und 1988 ein Gedenkstein mit einem Gedenkspruch von Luise Rinser
aufgestellt.
Publikationen:
Lamberg-Scherl, Inge / Förtsch,
Folker: "... leistungsfähige Arbeitskräfte billigst zur Verfügung
stellen". Fremdarbeiterinnen im Altkreis Hall 1939-1945. In: Förtsch,
Folker / Maisch, Andreas (Hg.), Frauenleben in Schwäbisch Hall 1933-1945.
Realitäten und Ideologien, Schwäbisch Hall 1997, S. 245-273.
Spurensuche. Jüdische
Geschichte und Nationalsozialismus im Kreis Schwäbisch Hall. Hg.
Arbeitsgemeinschaft der
Gedenkstätten, Museen und Archive im Landkreis Schwäbisch Hall,
Schwäb.Hall/Crailsheim 2001, S. 8-9.
Haida, Gerd/Koziol, Michael
S./Schmidt, Alfred: Gantenwald. Eine
"Ausländerkinder-Pflegestätte",
in:
Faschismus in Deutschland,
Köln 1985, S. 194-229.
Quellen: Gemeindeverwaltung,
Prospekt.